Zidane exklusiv zum Zypern-Spiel
Nach dem 1:1 gegen die Schweiz muss Frankreich bis zum letzten Spieltag der WM-Quali zittern. Superstar Zinedine Zidane spricht vor dem entscheidenden Spiel gegen Zypern exklusiv bei Eurosport über seine Fitness, die neue Taktik der "Equipe Tricolore" und einen möglichen Rücktritt.
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Herr Zidane, zum letzten Qualifikationsspiel gegen Zypern kehrt Frankreich zurück ins Stade de France. Wie empfinden Sie bei dieser Rückkehr?
Zinedine Zidane: Ich kann es kaum erwarten. Ich bin sehr glücklich, dass wir dort solche Spiele vor 80.000 Zuschauern austragen können. Das macht großen Spaß.
Unter rein physischen Gesichtspunkten - wie geht es Ihnen?
Zidane:
Es geht mir viel besser. Ich hatte Probleme mit den Adduktoren, aber das ist
jetzt viel besser. Es ist normal, dass dies auch Nachwirkungen hat. Zudem habe
ich einen Monat nicht gespielt. In den vergangenen drei Tagen konnte ich mich
aber gut vorbereiten.
Am letzten Samstag in Bern haben Sie nur auf etwa 50 Prozent Ihres Niveaus gespielt. Glauben Sie, dass diese drei Tage reichen, um wieder in Topform zu kommen?
Zidane: In der Schweiz habe ich wirklich keine 100 Prozent gebracht, obwohl ich am Tag davor angekündigt hatte, dass ich dazu in der Lage bin. Meine Leistung war nicht so, wie ich es erwartet habe. Ich hoffe, dass ich nun sehr viel besser spiele. Ich habe alles dafür getan, was nötig war.
War es gut, dass gegen die Schweiz nur "ein halber Zidane" gespielt hat?
Zidane:
Ja. Ich wollte es, jeder wollte es. Unglücklicherweise war ich gehandicapt, aber
ich würde es beim nächsten Mal wieder so machen. Ich wollte die Verantwortung
übernehmen. Das wichtigste aber war, dass wir nicht verloren haben. Jetzt bleibt
uns dieses letzte Spiel. Wir müssen uns direkt qualifizieren.
Die Schweiz spielt zur selben Zeit gegen Irland. Glauben Sie, dass die Schweizer sich durchsetzen werden?
Zidane: Ja, ich glaube, dass die Schweizer die Mittel haben, um in Irland zu gewinnen. Aber ich glaube nicht, dass sie auch gewinnen werden. Ganz einfach, weil ich darauf keine Lust habe (lächelt) . Gegen uns sind sie von Beginn an unglaublich viel gelaufen, während wir schlecht ins Spiel gekommen sind. Vielleicht haben die Schweizer dabei etwas Kraft gelassen. Man darf auch nicht vergessen, dass Irland selbst noch die Chance hat, sich zu qualifizieren. Die Iren müssen ja auch gewinnen, um überhaupt noch auf ein Weiterkommen hoffen zu dürfen.
Frankreich fand zuletzt nur schwer ins Spiel. Das war jetzt in der Schweiz und auch beim Spiel in Irland so. Woher kommen diese "Fehlstarts"?
Zidane:
Bezüglich des Spiels in Irland, stimme ich nicht ganz zu. In Dublin haben wir
einfach das gespielt, was nötig war. Ich hatte nicht den Eindruck, dass wir
Probleme hatten, ins Spiel zu kommen. In der Schweiz war das anders. Der Auftakt
war da sicher schwierig. Warum? Das haben wir uns auch gefragt. Aber auch das
ist eben Fußball...
Eine verpasste erste Halbzeit, eine bessere zweite. Wir haben ein Tor gemacht und mit einem zweiten Treffer wäre die Partie natürlich ganz anders gelaufen. Aber ein Sieg wäre wohl auch nicht ganz verdient gewesen.
Gegen Zypern wird ein guter Start wichtig sein. Werden Sie aber auch mit einem Auge nach Dublin schauen?
Zidane:
Um ehrlich zu sein: Ich will gar nicht wissen, was in Dublin passiert. Für uns
wird es wichtig sein, ein frühes Tor zu schießen. Wir sollten uns nicht um das
andere Spiel kümmern. Auf jeden Fall müssen wir sehr viel offensiver spielen.
Die Zyprioten werden die Räume sehr eng machen und kompakt stehen. Und wir
werden auf unserem höchsten Level spielen müssen.
Und das Ganze ohne David Trezeguet und Thierry Henry...
Zidane: Wir müssen dennoch die beste Mannschaft auf den Platz bringen. Ich bin mir sicher, dass wir mit zwei Stürmern spielen werden. Weil Claude Makelele gesperrt ist, haben wir nur einen defensiven Mittelfeldspieler. Auf jeden Fall müssen wir offensiver sein als in der Schweiz.
Haben Sie mit Lilian Thuram über einen möglichen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem Zypern-Spiel gesprochen?
Zidane: Das Wichtigste ist erst einmal, dass wir uns qualifizieren. Alles andere kommt danach.
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