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Zidane lebt inkognito in Madrid

 

Madrid (rpo). Real Madrid, die teuerste Fußball-Mannschaft der Welt, hat in der bisherigen Saison noch keinen Sieg erringen können. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Zinedine Zidane, der bei seinem Wechsel von Juventus Turin zu Real die Weltrekord-Ablösesumme von 151 Millionen Mark gekostet hatte.

Der französische Weltmeister kassiert 13 Millionen Mark netto im Jahr, wo er in Spaniens Hauptstadt auftritt, brechen alle Dämme. "So etwas habe ich noch nie erlebt", gesteht der 28-Jährige, der keine Einzel-Interviews mehr gibt, sondern nur noch alle drei Wochen eine Pressekonferenz gibt. Um dem Trubel um seine Person zu entkommen, lebt Zidane förmlich inkognito.

Der Klub schenkte dem Mittelfeldspieler kürzlich eine Lexus-Limousine in graumetallic mit getönten Scheiben. Hauptsächlich in diesem Wagen lernt der zweimalige Welt-Fußballer des Jahres mit Ehefrau Veronique die Innenstadt Madrids kennen. Ansonsten verbringt der Welt- und Europameister viel Zeit in seinem 100-Quadratmeter-Appartement im Vier-Sterne-Hotel "Euro Building", das nur ein paar Hundert Meter entfernt von seinem Arbeitsplatz, dem Stadion Bernabeu, liegt.

Zidanes einziger Bezugspunkt in der Mannschaft ist Landsmann Claude Makelele, den er ab und an privat trifft. Ansonsten zieht es den von algerischen Vorfahren abstammenden Franzosen mit seiner Frau öfter ins baskische Nobelrestaurant "Asador Donostiarra". Noch immer hindert die Sprache Zidane an engerem Kontakt zu seinen Teamkollegen.

Neider in der Mannschaft gibt es auch. Raul (elf Millionen) und Ex-Transfer-Weltrekordler Luis Figo (9,7 Millionen) dürften mit ihren Nettogehältern noch zufrieden sein. Doch Manndecker Aitor Karanka beispielsweise besteht nach Saisonende auf eine Aufstockung von 2,1 auf 4,7 Millionen Mark pro Saison.

Die durch Zidanes Verpflichtung entstandenen Kosten für Real sollen unter anderem durch Merchandising refinanziert werden. 700.000 Trikots mit der Nummer "5" und dem Namen des Superstars möchte der Klub in dieser Saison verkaufen. Die Resonanz ist bislang nur mäßig. Zum einen, weil es sportlich noch nicht rund läuft, zum anderen, weil der Klub noch immer keinen Sponsor für die Trikotbrust hat. Die Fans zögern. BP und Vodafone sind die heißesten Anwärter: Der Preis soll im zweistelligen Millionebereich liegen.

Immerhin erzielte Zidane beim 1:3 gegen Betis Sevilla am vergangenen Samstag sein erstes Liga-Tor für den achtmaligen Europapokal-Gewinner der Landesmeister. Vielleicht war das seine Antwort auf die Spekulationen der Medien nach Reals 2:1-Sieg beim AS Rom in der Champions League. In der "ewigen Stadt" war Zidane nämlich gesperrt, und Figo brillierte im Mittelfeld.

 

 

 

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