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Zinedine Zidane |
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18. August 2005 „Zizou”
ist zurück: Der ehemalige Welt- und Europameister Frankreich zelebrierte am
Mittwoch beim 3:0 (1:0) in Montpellier gegen die Elfenbeinküste das Comeback des
dreimaligen Welt-Fußballers Zinedine Zidane. Der 33jährige tat das Seinige und
erzielte bei seiner Rückkehr in die französische Nationalmannschaft nach knapp
14 Monaten Abstinenz in der 62. Minute das Tor zum 2:0.
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„Als ich mir das Trikot überstreifte und das Spielfeld betrat, habe ich mich elf
Jahre zurück erinnert an mein erstes Länderspiel. Ich habe in meinem ersten
Länderspiel (17. August 1994, Frankreich
- Tschechien 2:2, Anm. der Red.) mit links getroffen, und jetzt wieder. Es tat
gut, daß sich die Geschichte wiederholt. Das gibt Vertrauen für die Zukunft”,
meinte der Superstar der „Equipe Tricolore”, der zuletzt so sehr vermißt worden
war.
Ein Spieler mit Ausstrahlung
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Frankreich dankt es ihm |
Trainer Raymond Domenech nach einem Sieg, der deutlich zu hoch ausfiel: „Zidane besitzt eine Ausstrahlung, die auf die ganze Mannschaft übergreift. Aber das wußten wir. Dafür haben wir ja um seine Rückkehr gekämpft.”
Ausstrahlung: Sie wirkte nicht nur auf dem Spielfeld, sondern belebte auch das Geschäft der Sponsoren und die Wirtschaft. Vor der Ankündigung des Comebacks waren für das Länderspiel 12.000 Karten verkauft worden. 24 Stunden nach der Erklärung Zidanes waren alle 31.457 Karten weg. Und auch die VIP's balgten sich plötzlich um die Einladungen.
Die Zidane-Manie
Bei der Betreibergesellschaft des Stade de France in St. Denis bei Paris beißen sie sich in den Allerwertesten, denn sie haben auch das WM-Qualifikationsspiel der Franzosen gegen die Färöer am 3. September in die Provinz, nach Lens, abgeschenkt. Ein Verbandssprecher: „Vor Zidanes Rückkehr hatten wir 100 Afragen pro Tag, jetzt 500.”
Der Fernsehsender TF1 hatte nach dem 3. August plötzlich keine Mühe mehr, seine Werbezeiten zu verkaufen. Für das Spiel gegen die Elfenbeinküste wurden die Tarife noch nicht erhöht (58.000 Euro für 30 Sekunden in der Halbzeit, 22.000 Euro für 30 Sekunden nach dem Abpfiff), aber für die nächsten Spiele wird über eine „maßvolle Anpassung” nachgedacht.
Goldesel „Zizou”
Bei adidas, Ausrüster der französischen Auswahl und per Privatvertrag mit Zidane
verbandelt, wird eingeräumt: „Der Verkauf von Fanartikeln war abgesackt. Seitdem
die Rückkehr von einigen Nationalspielern bekannt wurde, nehmen die Bestellungen
wieder zu.” Wie sehr die Bandenwerber in den Stadien und die Sponsoren der
„Equipe Tricolore” vom neuen Interesse an der Nationalmannschaft profitieren,
lässt sich noch nicht ermessen. Zidanes offizielle Sponsoren, Canal Sat (Pay-TV)
und Orange (Handys), spielen die Bedeutung der Rückkehr herunter: Zidane sei
auch im Ruhestand eine Marke gewesen.
Das, so Lucien Boyer, Generaldirktor von Havas Sports, einer in Sport-Marketing spezialisierten Firma, sei allerdings nur die halbe Wahrheit. In der Sport-Tageszeitung L'Equipe erläuterte er: „Es ist etwas anderes, ob die Marke vorhanden ist oder sich permanent auf dem Spielfeld zeigt. Und es ist etwas anderes, ob von ihr in den Medien stetig gesprochen wird oder nicht.”
„Technisches Versehen”
Orange - Betreiber der Zidane-Internet-Seite, wo der Routinier von Real Madrid seine Rückkehr bekannt gab - hatte beispielsweise am Tag danach Anzeigen in vielen Zeitungen geschaltet. In denen wurde dafür geworben, unter einer bestimmten Telefonnummer (34 Cent pro Minute) Zidanes Erklärung persönlich hören zu können. Wer anrief zahlte und hörte - nichts. Ein „technisches Versehen” entschuldigte sich die Firma kleinlaut. Als Übereifer bei der Abzocke läßt sich das auch definieren.
Den Betroffenen läßt das alles unbekümmert. Zidane: „Was zählt, sind die beiden Qualifikationsspiele im September. Dieser Sieg war gut für das Selbstvertrauen, denn die ewigen Unentschieden ließen Zweifel aufkommen. Jetzt wissen wir wieder, was wir können.”
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