von: unbekannt
Hamburg (dpa). Als «Ball-Zauberer» oder «Fußball-Gott» wird er umschmeichelt, Irrsinns-Ablösesummen jenseits der 100 Millionen Mark werden geboten, um sich seiner Fähigkeiten zu bedienen. Zinedine Zidane ist einer der begnadetsten Fußballspieler unserer Zeit.
Filigrane Technik und höchstes Ballgefühl zeichnen den schweigsamen Franzosen aus, der bei der Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden die Fans mit seiner Spielkunst verzückt hat. Weitere Gala-Vorstellungen will er in der Champions League geben, wenn er mit seinem Team Juventus Turin in Gruppe E gegen den Hamburger SV, Spaniens Meister Deportivo La Coruna und Panathinaikos Athen spielt.
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«Ich bin seit dem WM-Sieg 1998 gereift und jetzt mit 28 Jahren auf dem Gipfel meiner Fußball-Kunst», verkündete Zidane nach dem 2:1 im EM-Finale gegen Italien vor elf Wochen. Die spanischen Topclubs Real Madrid und FC Barcelona machten Jagd auf den «Juventini», doch in der vergangenen Woche beendete der Franzose endgültig alle Spekulationen. Vorzeitig verlängerte er seinen Vertrag mit der «alten Dame» um ein weiteres Jahr bis 2005. Lohn für die Treue: ein Salär von rund zehn Millionen Mark netto im Jahr.
Bereits bei der Weltmeisterschaft 1998 in seiner Heimat Frankreich avancierte Zidane zum Superstar. Mit seinen beiden Treffern im Endspiel gegen Brasilien (3:0) schoss er die «Equipe tricolore» zum ersten WM-Titel. Die «Grande nation» lag ihrem Helden zu Füßen und feierte den Weltfußballer des Jahres 1998 als würdigen Nachfolger des legendären Spielmachers Michel Platini, der von 1982 bis 1987 ebenfalls für «Juve» spielte. Für Frankreichs Weltmeister-Trainer Aime Jacquet verkörperte der 185 Zentimeter große Modellathlet «den Künstler und Arbeiter in einer Person». Das blaue Trikot mit der ruhmreichen Nummer zehn hatte endlich einen Erben gefunden.
Bei Juventus Turin blieb dem Sohn eines algerischen Einwanderers das Privileg der begehrten Zehn allerdings verwehrt. Die beansprucht Italiens Superstar Alessandro del Piero. Zidane, der 1996 von Girondins Bordeaux nach Italien wechselte, trägt in der Rolle des klassischen Spielgestalters die 21 auf dem schwarz-weiß gestreiften Trikot des italienischen Rekordmeisters.
Obwohl ein Star, sind Zidane Allüren fremd. Mit seiner Frau Veronique und den Söhnen Enzo (5) und Luca (2) bevorzugt er Ruhe und Abgeschiedenheit statt Talk-Shows und VIP-Partys. Die Kindheit in einem Armenviertel von Marseille hat Zidane geprägt. Bescheidenheit auf dem Fußballplatz lehnt der Welt- und Europameister allerdings ab. In diesem Jahr will er mit «Juve» die Champions League gewinnen. Da kann er auch keine Rücksicht auf den einstigen Europacup-Sieger HSV nehmen.
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