Zidane: Abschied vom Stade de France
26.05.2006
Zinedine Zidane sagt Adieu! Ausgerechnet sein 100. Länderspiel wird der letzte Auftritt des Superstars auf französischem Boden. Zizou absolviert ihn an der Stätte seines größten Erfolges.
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Zidane: Einmal noch im Stade de France (imago) |
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Im Stade de France von Paris, wo
der dreimalige Weltfußballer mit seinem Kopfball-Doppelpack am 12. Juli 1998 im
Finale gegen Brasilien (3:0) der Équipe tricolore den Weg zum historischen
WM-Triumph ebnete, wird Zidane im Testspiel gegen WM-Teilnehmer Mexiko zum
letzten Mal auflaufen. Nach der WM ist Schluss für den Fußball-Genius der Grande
Nation. Auf dem Feld ließ er Taten sprechen. Ein Wortführer außerhalb des
Platzes ist der Ballflüsterer genannte Star nicht.
Bescheidenheit ist für den 2001 für die Rekordsumme von 75 Millionen Euro von
Juventus Turin zu Real Madrid gewechselten Auserwählten (Die Welt) aber nicht
nur eine Zierde. Der Sohn algerischer Eltern, aufgewachsen in den ärmlichen
Randbezirken von Marseille, hat sie verinnerlicht und lebt sie. So zog er das
Trainingslager in der Höhenluft des französischen Ski-Ortes Tignes einem
Kurztrip zur Präsentation eines Dokumentarfilms mit ihm selbst in der Hauptrolle
im noblen Cannes vor. Beim dortigen Club AS hatte Zidanes Karriere begonnen.
Per Video-Einspielung vor dem Film mit dem Titel Zidane, ein Porträt des 21.
Jahrhunderts entschuldigte sich der 33-Jährige. "Sie wissen, dass ich in diesem
Moment zu anderen Dingen in meinem Metier berufen bin", wandte er sich an die
Zuschauer, die ihn anschließend von 17 Kameras aus gefilmt beim Ligaspiel Real
Madrid - FC Villarreal vom 23. Mai 2005 zu sehen bekamen.
"Zidane, so weit weg von Cannes", titelte die französische Sportzeitung L'Équipe
und schrieb weiter: "Es kommt selten vor, dass ein Held von Cannes das Eis und
die Kälte der Berge der Wärme des Festivals vorzieht." Die "Frankfurter
Allgemeine Zeitung" meinte zum Film über den "Nurejew auf Stollenschuhen": "Ein
weiterer Mosaikstein der Zidane-Legende, ohne dass ihr Held je Wert auf
Selbststilisierung oder gar Heroisierung gelegt hätte."
Doch wo er auftritt, steht der im August 2005 nach seinem ein Jahr zuvor
verkündeten Rücktritt wieder in die Nationalelf zurückgekehrte Zidane im
Rampenlicht. "Zizous" Abschied vom ehrwürdigen Estadio Santiago Bernabeu von
Real Madrid - seinen Vertrag bis 2007 will er nicht mehr erfüllen - wurde
begleitet von Wehmut, Huldigungen und Tränen. "Zinedine Zidane ging so
bescheiden, wie er gekommen war", schrieb die "Süddeutsche Zeitung".
Genauso wird Zidane, der am 17. August 1994 bei seinem Nationalmannschaftsdebüt
gleich beide Tore beim 2:2 gegen Tschechien erzielt hatte und Frankreich zu
Welt- und Europameister-Ehren führte, wohl auch die Stätte seines bislang
größten Triumphes verlassen. Und die Zuschauer werden ihm sicher zurufen: Adieu
et au revoir Zizou.
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